PRESSESCHAU

Medien | Gerald John | aus FALTER 27/06 vom 05.07.2006

Fußball-Experten teilen ein tragisches Schicksal: Weil Auskenner das irrationale Element des Spiels gerne vernachlässigen, hauen sie beim Toto-Tippen oft daneben. So gesehen versteht jener Spiegel-Sportredakteur, der eine Liebeserklärung an das spanische Nationalteam ins Blatt hievte, vermutlich besonders viel vom Kicken. Erstmals habe die "Selección" einen unverwechselbaren Stil gefunden, schwärmte der Autor: "Das Mantra der Mannschaft lautet Ballbesitz, und das Team zelebriert ein Kurzpassspiel, das nach Möglichkeit immer den direkten Weg zum gegnerischen Tor sucht. Ein Spektakel." Wo ein Himmel, da auch ein Hölle - und die machte der Spiegel nördlich der Pyrenäen aus. "Wie fatal es ist, wenn ein Coach die Macht alternder Stars und Diven nicht brechen kann, zeigt das Beispiel der Franzosen", berichtete das Nachrichtenmagazin: "Ein Imperium gerät ins Schwanken, weil es nicht in der Lage ist, sich von innen heraus zu erneuern." Nach Erscheinen des Spiegel wackelten die Franzosen noch zwei Tage lang. Dann fegten sie die Spanier und Brasilianer aus dem Turnier.


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