FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 27/06 vom 05.07.2006

Auch hier gibt's Fußball, was soll man sich denn derzeit sonst anschauen. Und da fällt wieder einmal schmerzhaft auf, wie unlustig wir im Vergleich zu den Deutschen doch sind. Wenn die Sportheinis Pariasek & Co mit ihren drögen Match-Nacherzählungen daherkommen, wirkt sogar der heimische Fußballgott Herbert Prohaska wie ein Ödbär, den sie mit depressivem Fachgerede einschläfern wollen. Da spielen Gerhard Delling und Günter Netzer, die Helden der ARD-WM-Übertragungen, in einer ganz anderen Liga. Sportjournalist Delling und Ex-Fußballprofi Netzer machen ihre WM-Show zwischen liebevollem persönlichem Gefuchse und kluger Analyse zu einem Fernsehhighlight - Waldorf und Statler nichts dagegen. Wenn Delling frech über Netzers tolle Oberschenkel damals bei der WM plaudert und ihm der gestrenge Altfußballer mit der Föhnfrisur wieder mal erklärt, dass er von rein gar nichts was versteht, dann ist das hohe Unterhaltungskunst. Obwohl die beiden seit 1998 solche Moderationen machen, geht ihnen der Schmäh nicht aus. Sie sind eingespielt wie ein altes Ehepaar - aber eines, das sich noch echt gern hat.

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