Der einzige Zeuge

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 27/06 vom 05.07.2006

LITERATUR Hunter S. Thompsons letztes Buch "Königreich der Angst" ist das Vermächtnis eines wahnwitzigen Individualisten, wie ihn wohl nur die USA hervorbringen konnten.

Als sich Hunter S. Thompson am 20. Februar 2005 eine Kugel in den Kopf schoss, war die Party längst vorbei. Das amerikanische Jahrhundert, das der Autor als sein Lebensthema verstand, hatte ausgerechnet der notorische Polytoxikomane um Jahre überlebt. Und schon seit den Siebzigern war der Spaß nur mehr mit viel Angst und Schrecken als Beigeschmack zu haben gewesen.

In "Königreich der Angst" blickt der neben Tom Wolfe bedeutendste Vertreter des New Journalism und Erfinder des Gonzo-Stils zurück auf ein reiches, verrücktes Leben. Mit der Bezeichnung Autobiografie sollte man allerdings vorsichtig umgehen: Der Held radikal subjektiver Texte wie "Hell's Angels" oder "The Curse of Lono" war schon immer nur er selbst gewesen. Wer detaillierte Schilderungen von Exzessen sucht, sollte besser auf eine der reißerischen Thompson-Biografien


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige