AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Martin Lhotzky | aus FALTER 27/06 vom 05.07.2006

Richter treten heute nicht nur im Fernsehen auf, sie schreiben auch Bücher, bevorzugt Gerichtssaaldramen. Zumindest von den Fakten sollten sie etwas verstehen, davon wollen wir ausgehen. Gianrico Carofiglios Gerichtskrimi "Reise in die Nacht" ist in schlichtem Stil abgefasst. Der gute Mann verwurstete seine Erfahrungen mit dem Mikrokosmos der Justiz in bisher drei Romanen um Rechtsanwalt Guido Guerrieri. In Italien verkaufen sich seine Bücher gut, Carofiglio kann sich sogar über ein paar Preise und Fernsehverfilmungen freuen, jetzt gibt es den ersten Roman der Reihe auf Deutsch. Avvocato Guerrieri übernimmt den aussichtslos erscheinenden Fall eines Senegalesen, der von Polizei und Staatsanwalt sehr schnell als Kindsmörder identifiziert worden ist. Von Anfang an ist abzusehen, dass dieser Robin Hood des Rechtsstaates einen Freispruch erwirken wird, trotzdem bleibt lesenswert, wie er dies anstellt, wie er Zeugenaussagen erschüttert und moderne Überwachungsmethoden zum Vorteil seines


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