Fragen Sie Frau Andrea

Eiswürfel

Stadtleben | aus FALTER 27/06 vom 05.07.2006

Sehr geehrte Comandantina,

als ich bei brütender Hitze in mein Johannisbeersaftglas stierte und die darin schwimmenden Eiswürfel betrachtete, kam die Frage auf, warum diese außen schön glasig und innen von weißen Schlieren durchzogen sind. Hat das mit meiner Gefriermethode oder mit dem Wasser zu tun? Nachdem niemand in meiner näheren Umgebung auf mein neugieriges Fragen antworten konnte, wende ich mich nun an Sie und verbleibe mit liebsten Grüßen vor meinem inzwischen warm gewordenen Johannisbeersaft,

Katrin Fartacek, Internet

Liebe Katrin,

die milchigen Kerne in Ihren Eiswürfeln haben sowohl mit Ihrer Kühlmethode als auch mit der Zusammensetzung des verwendeten Wassers zu tun, nichts hingegen mit Ihrem Johannisbeersaft. In normalem Leitungswasser befinden sich außer H2O gelöste Gase und kleine Mengen an Mineralstoffen. Bei Zimmertemperatur sind diese nahezu unsichtbar. Weil Eiswürfel vom Rand nach innen zufrieren und gefrorenes Wasser weniger Gas lösen kann, sammelt sich dieses in der Mitte des unfertigen Eiswürfels. Wenn die Luftkonzentration im verbliebenen Wasser 0,0038 Prozent erreicht, stellt sich eine sogenannte eutektische Mischung her - sie hat den niedrigsten Gefrierpunkt aller möglichen Mischungen dieser Substanz. Wenn das passiert, friert alles auf einen Schlag, wobei es sich in eine Mischung aus Luft und Eis trennt. Dieses Gemisch sieht wegen der mikroskopisch eingeschlossenen Luftbläschen milchig aus. Beim schlagartigen Frieren ist ein leises Knirschen hörbar.


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