VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 28/06 vom 12.07.2006

1986 war nicht nur das Jahr Waldheim, sondern - international gesehen vielleicht einen Hauch bedeutender - das Jahr Tschernobyl. Aber auch das sah man aus der österreichischen Froschperspektive: "Nicht nur die Strahlenwolke selbst hat die Menschen verunsichert; mehr noch war es die Berichterstattung darüber und die regierungsamtliche Information, die beunruhigten. Im Falter Verlag ist nun die Broschüre ,Tägliches Atom. Ein Ratgeber für die Zeit nach Tschernobyl' erschienen. Unabhängige Wissenschaftler schreiben über den Hergang der Katastrophe, informieren umfassend über die radioaktive Strahlung, geben Tipps, wie man die Belastung senken kann und versuchen, Ordnung in das Informationschaos zu bringen. Wir bringen Auszüge aus den Kapiteln ,Rem-Spar-Tipps' und ,Urlaubstipps 1986'".

So ist einem das Hemd immer näher als der Rock. Von den Opfern in der Ukraine redete auch der Falter wenig. Zu seiner Entschuldigung kann man allenfalls den dürftigen Nachrichtenfluss aus der ehemaligen Sowjetunion anführen. Andererseits mochte er auf Ideologie nie ganz verzichten: "...empfehlen wir, inländisches Gemüse zu kaufen", hieß es da. Allerdings: "Eine Ausnahme dürften Waren von der iberischen Halbinsel und aus Nordafrika sowie Island und Irland darstellen, da diese Länder von der Tschernobyl-Katastrophe nicht betroffen waren. Der Boykott von Waren aus Chile, Südafrika und ähnlichen Diktaturen scheint uns auch weiterhin ratsam ..." Lieber Krebs als unkorrekt! A.T.


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