BILDERBUCH

Kultur | aus FALTER 28/06 vom 12.07.2006

Bilder aus fünfzig Jahren chinesischer Geschichte und von 250 Künstlern umfasst der Fotoband zur Wanderausstellung "Humanism in China". Die Schau ähnelt der amerikanischen Ausstellung "Family of Man", mit der in den Fünfzigern versucht wurde, ein Porträt der Menschheit zu zeichnen. Viele der Fotos sind auf den ersten Blick schwer zu datieren, aber ein Blick auf die Kleidung der Gezeigten genügt: Bis zu Maos Tod 1976 galt die schlichte Jacke als obligatorische Uniform der kommunistischen Massengesellschaft. Unter den Fotos finden sich zwar keine direkt propagandistischen Werke, aber auch keine Dokumente zu den Greueln der Kulturrevolution. Es überwiegt der Eindruck eines arbeitsamen Volks, das ganz im Kollektiv aufgeht. So gelungen und anschaulich viele der Fotos sein mögen, so lässt der Bildband doch keine künstlerischen Handschriften der einzelnen Beteiligten erkennen.

Hu Wugong: Humanism in China. Frankfurt 2006 (Edition Braus). 568 S., E 51,30 / N. S.


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