KUNST KURZ

Steiermark Kultur | Franz Niegelhell | aus FALTER 28/06 vom 12.07.2006

In Berlin legte Janice Kerbel mit ihrer Arbeit "Bank Job" einen detailreichen Plan für einen Banküberfall in London vor. Der Plan enthielt liebevoll auf einer Karte eingezeichnete Fluchtwege sowie verschiedene Fotos der Bank. Er war so realistisch, dass seine Publikation in Buchform verboten wurde. Das war vor zwei Jahren. Für die gegenwärtige Schau "Never for money, always for love" im Grazer Kunstverein entwarf die in London lebende Kanadierin Kerbel einen Plan für eine fiktive Geisterstadt. "Deadstar" zeigt die Landkarte einer Stadt, von der man glauben könnte, sie sei im Rahmen irgendeines lokalen Goldrausches entstanden. Das Spiel, das Kerbel hier spielt, passt sehr fein zum der Ausstellung den Titel gebenden Satz "Never for money, always for love". Dass man alles nur aus Liebe täte und niemals fürs Geld; so ein Satz beschreibt eine Utopie, die mit der Realität nur das Streben nach seinem Wahrheitsgehalt zu tun hat. Kerbels Orte existieren nur durch die Worte, die sie bezeichnen,


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