Krimi oder Parodie?

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 29/06 vom 19.07.2006

Film "L'ivresse du pouvoir" ("Geheime Staatsaffären") ist der siebente Film, den Claude Chabrol mit Isabelle Huppert gedreht hat - aber der erste, bei dem man das Gefühl hat, dass es ihn ohne sie unmöglich gäbe.

Schwer zu sagen, worum es sich bei "L'ivresse du pouvoir" handelt. Um einen Kriminalfilm über Justiz und Wirtschaftsverbrechen? Oder doch nur um die Parodie eines solchen? Der ursprünglich vorgesehene Titel des Films deutet klar auf Letzteres hin: "La comédie du pouvoir". Eigentlich war es Claude Chabrol und Odile Barski, seiner Co-Autorin, also um die "Komödie der Macht" zu tun, nicht um deren Folge, den Machtrausch.

Zum deutschen Verleihtitel, "Geheime Staatsaffären", ist's so oder so ein weiter Weg. Denn anders als bei den films policier der Siebziger ist bei Chabrol keine dunkle Verschwörung am Werk, sondern der Geschäftsalltag. Politiker und Manager hocken, ihre dicken Zigarren paffend, in Nobelrestaurants zusammen und schließen Milliardendeals ab. Sehr einfach, ganz


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige