Der Nervenkomiker

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 29/06 vom 19.07.2006

Toni Böhm (1949-2006) Der hauptsächlich am Wiener Volkstheater engagierte Schauspieler ist vergangene Woche überraschend gestorben.

Man konnte sich Toni Böhm nicht als Helden vorstellen. Für einen Tragöden war der Schauspieler entschieden zu komisch. Seine Stärke lag also in der Komödie, obwohl er auch kein klassischer Komiker war. Toni Böhm war keine Pointenschleuder und kein Slapstickvirtuose. Er hat seine Figuren stets sehr ernst genommen, deshalb war er ja so komisch. Der Witz war bei Toni Böhm stets ein Nebenprodukt der Verzweiflung.

Der Salzburger Toni Böhm studierte am Reinhardt-Seminar (im selben Jahrgang wie Hubsi Kramar), debütierte in Graz und war in Hans Gratzers 1978 in der Porzellangasse eröffnetem Schauspielhaus von Anfang an dabei. Berühmt wurde er mit Patrick Süskinds Monolog "Der Kontrabass", den Michael Schottenberg 1983 mit ihm am Schauspielhaus inszeniert hatte. Für die Rolle eines Kontrabassisten, der unter dem schlechten Stand seines Instruments innerhalb


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