LIBANESEN IN WIEN

"Lauter Individualisten"

Politik | aus FALTER 30/06 vom 26.07.2006

Keinen Namen, keine Fotos, sonst bekomm ich Probleme mit der Hisbollah." Malek, 40, gebürtiger Libanese, sitzt in seinem Geschäftslokal in der Innenstadt und erklärt: "Ich bin ein ehrlicher Mensch. Deswegen muss ich sagen, dass Israel Recht hat. Aber es tut weh, wie nun alles in meinem Land kaputtgebombt wird." Malek ist Christ. Deswegen floh er Anfang der Achtziger vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat nach Wien.

Kamal Hachicho, ebenfalls gebürtiger Libanese, ist Muslim. Er sagt: "Israels Abschlachterei von Zivilisten muss sofort ein Ende haben." Die Hisbollah, meint der Sprecher der kürzlich gegründeten Libanesischen Gemeinde in Wien, sei "eine libanesische Gruppe, die viel für die Zivilisten" mache. "Wieso soll ich sie verurteilen?"

Willibald Pahr, Leiter der österreichisch-libanesischen Freundschaftsgesellschaft und ehemaliger Außenminister, weiß: "Die Libanesen in Wien haben keine einheitliche Meinung. Sie sind lauter Individualisten." Nicht einmal ihre genaue Anzahl steht


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