Der erste Hippie

Politik | Robert Misik | aus FALTER 30/06 vom 26.07.2006

LEBENDE MYTHEN Ein Denkmal feiert Geburtstag: Fidel Castro, linker Macho in Olivgrün, wird achtzig. Aber wer ist der "Comandante en Jefe": ein romantischer Held? Oder eher ein altersstarrsinniger Tyrann?

So oft, wie man mich schon totgesagt hat, wird es wahrscheinlich niemand glauben, wenn es dann so weit ist", sagte Fidel Castro vor kurzem. Demnächst, am 13. August, wird der "Comandante en Jefe" achtzig, und, so viel ist sicher - er lebt noch. Es wird die große Party eines großen Mythos - des Mysteriums Castro. Womöglich wird er sich wieder hinstellen, in seiner grünen Felduniform, mit seiner grünen Comandante-Kappe und seinem Bart, eine lange Rede halten und so tun, als könne er dem Zahn der Zeit trotzen - Darsteller seiner selbst, der das gleiche Stück gibt, wie seit nunmehr fünfzig Jahren: den virilen Revolutionär, den halsstarrigen ewigen David, der seit einem Lebensalter dem großen Goliath trotzt, den längstregierenden Staatschef des 20. Jahrhunderts, der zehn übel wollende


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