Kommentar

Der wunde Punkt von Salzburg

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 30/06 vom 26.07.2006

Pünktlich zur Eröffnung der Salzburger Festspiele gibt's meistens einen kleinen Skandal. Vor drei Jahren stellte eine Künstlergruppe vor dem Festspielhaus eine Skulptur auf, die einen Mann beim akrobatischen Unterfangen darstellte, sich selbst in den Mund zu urinieren. Heuer war es ein Film, der für Unruhe sorgte. Der anstößige Streifen durfte nicht im Rahmen der Festspiele gezeigt werden, die DVD darf im offiziellen Merchandisingshop nicht verkauft werden. Bei dem anstößigen Streifen handelt es sich nicht - wie man in Anbetracht der Aufregung vermuten könnte - um ein pornografisches oder gar blasphemisches Werk, sondern um eine kulturhistorische Dokumentation.

Unter dem schlichten Titel "The Salzburg Festival" lässt der britische Musikfilmspezialist Tony Palmer (Zappa-Fans als Regisseur des durchgeknallten Films "200 Motels" von 1971 bekannt) in mehr als drei Stunden Spieldauer die 86-jährige Geschichte der Festspiele Revue passieren. 69 Interviews hat Palmer geführt, Künstler


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