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Im Schatten

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 30/06 vom 26.07.2006

Lang, kurz, kurz, lang, lang. Lang, kurz, kurz, lang. Mit ungeheurer Konsequenz baute Beethoven aus diesem einfachen rhythmischen Motiv den zweiten Satz seiner 7. Sinfonie. Der Beethoven-Bewunderer Robert Schumann griff es auf und skizzierte darüber 15 "Etüden in Form freier Variationen", WoO 31. Aus dem im Original meist ruhig insistierenden Rhythmus wurden bei ihm rauschende Tonkaskaden, verhuschte Arpeggi, perlende Läufe - ein brillantes Kaleidoskop romantischer Klavierkunst. Doch zu einer Veröffentlichung der zwischen 1831 und 1835 entstandenen Stücke konnte sich Schumann nie entschließen. Erst 1976 erschienen sie als Skizzen im Druck, bis heute werden sie kaum gespielt.

Die junge deutsche Pianistin Ragna Schirmer hat dem fragmentarischen Zyklus auf ihrer Einspielung (Berlin Classics/Edel) eine schlüssige Reihenfolge gegeben und kombiniert ihn passend mit den weit bekannteren "Sinfonischen Etüden", op. 13. Drei unterschiedliche Fassungen davon fertigte Schumann an (1834, 1837,


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