Schwärmer auf dem Friedhof

Carsten Fastner | Kultur | aus FALTER 30/06 vom 26.07.2006

MUSIK Vor 150 Jahren starb der deutsche Komponist Robert Schumann. Mit Wien verbanden ihn eine bezeichnende Enttäuschung, aber auch eine große Entdeckung und ein aufmüpfiger Faschingsschwank.

Wien im Winter 1838/39. Ergriffen steht ein junger Musiker aus Deutschland auf dem Währinger Friedhof vor zwei Gräbern. Auf dem einen wächst ein wilder Rosenstrauch, seit elf Jahren liegt hier Ludwig van Beethoven. Das andere Grab, zehn Jahre alt, ist ungeschmückt. Es gehört Franz Schubert.

Robert Schumann, der schwärmerische Romantiker auf dem Friedhof, hat aufgezeichnet, was in ihm vorging, als er sich den bewunderten Wiener Kollegen so nahe und doch unerreichbar fern wusste. Die romantische Szene ist perfekt. Auf Beethovens Grab findet er eine Stahlfeder, die er fortan "theuer aufbewahrt" und mit der er später notiert: "So war endlich ein heißer Wunsch meines Lebens in Erfüllung gegangen und ich betrachtete mir lange die beiden heiligen Gräber, beinahe den Einen beneidend, irr' ich nicht

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