AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Martin Lhotzky | aus FALTER 30/06 vom 26.07.2006

Der gebürtige Färinger Jógvan Isaksen schrieb 1990 den ersten Kriminalroman der selbstverwalteten dänischen Inselgruppe nahe den Shetlands. In seiner Heimat sowie in Dänemark und Island damals ein großer Erfolg, kommt "Endstation Färöer" nun erstmals auf Deutsch heraus. Die Handlung um den Journalisten Martinsson, der nicht an zwei Zufälle bei den Todesstürzen seiner beiden Jugendfreunde Sonja (von einer Klippe) und Hugo (von der Treppe) glauben will, scheint ziemlich stark von Erskine Childers frühem Spionageroman "The Riddle of the Sands" (1903) inspiriert. Auch hier steckt eine deutsche Verschwörung (und diesmal Nazigold) dahinter. Immerhin lernen wir etwas über den Lieblingssport der Färinger (nicht Fußball, sondern Saufen), und dass diese lieber Isländer als Dänen wären. Vor sechzehn Jahren mag das alles originell gewesen sein, jetzt wirkt es - so wie die Anmerkungen über die Verbrechen im Zweiten Weltkrieg - leider nur mehr antiquiert. Der holprige Stil, die viel


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