STREIFENWEISE

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 30/06 vom 26.07.2006

Der biedere Fred verliebt sich zum Missfallen seiner Familie in die schwungvolle Elsa, die ihm neue Lebensfreude gibt, selber aber an einer lebensbedrohlichen Krankheit leidet. So weit, so handelsüblich. Das Verkaufsargument von "Elsa und Fred" lautet: Die Turteltauben sind an die achtzig Jahre alt, die Hauptdarsteller China Zorilla und Manuel Alexandre sogar noch ein bisschen älter. Und beide machen sie einen wesentlich lebhafteren Eindruck als die handzahme Tragikomödie um sie herum, die ganz nach dem Lehrbuch "liebenswerter Unterhaltung" gebastelt ist und erbarmungslos jeder noch so bissigen Nebenfigurenkarikatur ein Goldherz verpasst: Fernsehunterhaltung für die große Leinwand. Bemerkenswert sind an dieser spanisch-argentinischen Co-Produktion am ehesten die Lektionen in Sachen Romantik, die Elsa Fred erteilt. Nach dem Dinner in einem Nobelrestaurant klärt sie ihn angesichts der hohen Rechnung auf: "Wir bezahlen nicht für ein Stück Fleisch und eine Nachspeise. Wir zahlen für


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