Marsriegel und Venus

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 30/06 vom 26.07.2006

KUNST Eine hervorragend bestückte Ausstellung des unterschätzten RenaissanceBildhauers Giambologna im Kunsthistorischen Museum.

Gottfried Semper, der Architekt des Kunsthistorischen Museums, würde den Kopf schütteln, sähe er die Besucherschlangen vor Michelangelos "David" in der Florentiner Galleria dell' Accademia. Er ginge stattdessen auf die Piazza della Signoria zur Loggia dei Lanzi, um in den Arkaden eine Plastik zu betrachten, die noch immer im Original an ihrem ursprünglichen Platz steht. Es ist die Marmorskulptur "Raub der Sabinerin" des Flamen Jean Boulogne (1529-1608), auch Giambologna genannt.

Die Wertschätzung Sempers für diesen herausragenden Künstler des 16. Jahrhunderts, der aufgrund seiner kunsthistorischen Sandwichposition zwischen Michelangelo und dem Barockheroen Gian Lorenzo Bernini im Amerikanischen auch taktlos "Johnny Sausage" (etwa Würstel-Johnny) genannt wird, zeigt sich an einem Fassadendetail über dem Haupteingang des Kunsthistorischen Museums in Wien


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