Wühlen im Dreck

Der grüne Oberkontrollor will die Dinge aber ganz genau wissen. Es fällt ihm manchmal schwer, von einer Sache abzulassen, wenn er sich einmal verbissen hat. Er macht kein Hehl aus seiner Enttäuschung, "bei den Missständen in der Kages-Geschichte noch nicht sonderlich fündig geworden" zu sein. Dass Korruption nicht nachgewiesen werden konnte, sei "nicht überraschend". Aber gegessen ist die Sache für ihn deshalb noch immer nicht: "Ich werde einen Antrag stellen, dass der Rechnungshof noch einmal prüft. Das werde ich ihnen nicht ersparen."

Steiermark Politik | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 31/06 vom 02.08.2006

AUFDECKER Eben hat "Kanalarbeiter" Peter Hagenauer von den Grünen seinen zweiten Untersuchungsausschuss in die Zielgerade gebracht. Dabei hob er weniger Fundstücke als erhofft. Die Schnüfflerei bringt kaum Dank, dafür setzte es Kritik. Was hält den Mann am Graben?

Peter Hagenauer schaut finster. "Ich möchte eine Kanalarbeiterzulage", murmelt er. "Meine Tätigkeit ist unangenehm und wird kaum honoriert. Sie bringt mir viele Konflikte und ist psychisch belastend." Er redet vom Kontrollieren und Aufdecken, vom Wühlen in fetten Aktenordnern und Prüfen langer Zahlenkolonnen. Eben hat er die letzten Zeugen im Untersuchungsausschuss zu den Krankenanstalten (Kages) einvernommen, schon der zweite, bei dem er den Vorsitz führte. "Unter diesen Umständen", sagt der 61-Jährige, senkt den Kopf und schaut über die Brillenränder, "würde ich es nicht noch einmal machen." Zumal SPÖ und KPÖ beschlossen haben, dass der Ausschuss nun fertig sei - gegen seinen Willen. Hagenauer wollte noch Widersprüche


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