Beirut und Sarajevo

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 31/06 vom 02.08.2006

AUSLAND Die USA wollen eine europäische Friedenstruppe im Libanon. Werden die Europäer die richtige Bedingung dafür stellen?

So viel historische Ignoranz war schon lange nicht zu hören wie dieser Tage von höchster Stelle aus Washington, D.C. Der "Terrorismus" sei die Ursache aller Probleme im Nahen Osten, wiederholt George Bush immer wieder. Solange diese Wurzel allen Übels nicht beseitigt sei, sei ein Waffenstillstand im Libanon sinnlos. Die sonst so kenntnisreiche Condoleezza Rice sieht gar die "Geburtswehen eines neuen Nahen Osten". Realitätsferne Sprüche nach mehr als sechzig Jahren immer wiederkehrender Runden von Krieg und Besetzung, Angriff und Gegenangriff, Massaker und Gegenmassaker, deren Wurzeln kein mysteriöser Terrorvirus ist, sondern der israelisch-palästinensische Konflikt. Nur in einem Punkt unterscheidet sich die gegenwärtige Auseinandersetzung von früheren Krisen: Nicht inkompetent geführte Armeen korrupter arabischer Staaten oder mit Steinen werfende Jugendliche


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