FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 31/06 vom 02.08.2006

Hautkrebs, Klimaschutzmaßnahmen, Affenhitze, Multikultiehen oder Stalking: Wenn Du wissen willst, welche Themen die Menschheit gerade bewegen, musst du "Lindenstraße" schauen (ARD, So., 18.40 Uhr), die deutsche Dauerschicksalssendung. Kein menschlich tragisches oder gesellschaftlich relevantes Thema, das in der "Listra" noch nicht ausführlich behandelt wurde: Aids, Satanismus, Betrug, Atomunfall, Scheidung, Homosexualität, Drogensucht aller Art, Depression, Wahnsinn, Huren, Kindsmord, normaler Mord, Vatermord, Entführung, Krebs in diversen Varianten, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Rassismus, Sexismus - und das ist nur ein Bruchteil! Serienerfinder Hans W. Geißendörfer hat auch keinerlei Genierer, wenn es um das Banale der menschlichen Existenz geht - das Unspektakuläre, unterbrochen von Momenten des Wahnsinns, macht den Reiz der Sendung aus. Wenn etwa der liebeskranke Schwachmatiker Alex am Ende von Folge 1078 vergangene Woche "Es tut mir leid, Marion!", haucht und mit dem Auto direkt gegen einen Baum knallt, da willst du es wissen: Friedhof oder noch 100 Episoden?


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