Kommentar

Das Salzburger Mozart-Wunder

Kultur | Jürg Stenzl | aus FALTER 31/06 vom 02.08.2006

Ein wahres Wunder ist geschehen - und es wird bei den Salzburger Festspielen vollständig zur Aufführung gebracht: 22 Opern von Mozart! Alle Werkverzeichnisse nennen zwar höchstens 16 musikdramatische Werke. Die weiteren "Opern" sind das Fragment eines "geistlichen Singspiels", ein Beitrag zu einem lateinischen Schuldrama, Schauspielmusik, ein Singspielfragment ("Zaide"), dazu ein paar Nummern aus zwei Buffa-Opern, deren Komposition Mozart abgebrochen hat. Zudem werden Oratorien zu Bühnenwerken erhoben. Zuerst die gedruckten zwei Gesamtausgaben, dann die Werke auf LP und CD - jetzt die Gesamtaufführung "zum Mozartjahr".

Gesamtaufführungen haben einen Vorteil: Sie ersetzen ein Programmkonzept. Ein solches könnte die Frage stellen, welche szenischen Werke Mozarts uns heute Wesentliches zu sagen haben und welche - und seien es die Da-Ponte-Opern - in den letzten Jahrzehnten vielleicht doch bis zur Erschöpfung "ausinszeniert" worden sind. Nicht nur in Salzburg chancenlos ist die Frage,


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