Misstrau dem Kinderchor

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 31/06 vom 02.08.2006

FILM Der kapitalismuskritische Dokumentarfilm "Cesky Sen - Der tschechische Traum" lockt 4000 Prager Schnäppchenjäger auf die grüne Wiese.

Der Vorher-nachher-Effekt: Man nehme zwei junge Regisseure, Vít Klusák und Filip Remunda, die in Armeehosen, Wollpullovern und mit halblangen Haaren auch aussehen wie das, was sie sind: Absolventen der Prager Filmhochschule FAMU. Man schicke sie zum Stylisten, zum Friseur und zum Boss-Herrenausstatter in der Innenstadt und erhält: zwei aufstrebende Jungmanager, die bereit sind, die größte Supermarktkampagne in der Geschichte der Stadt Prag zu lancieren.

"Cesky Sen - Der tschechische Traum" ist das filmische Logbuch dieses Marketingfeldzugs, in dem mit Leuchtreklametafeln, TV-und Radiospots oder Werbeflächen auf Straßenbahnen die Eröffnung eines Hypermarkets im Prager Industriegebiet angekündigt wird. Die Kampagne ist echt und wird von Werbespezialisten geleitet, doch die Dumpingangebote entpuppen sich - wie das seifenblasenförmige Logo schon

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