Draußen ist es kalt

Kultur | Daniela Strigl | aus FALTER 31/06 vom 02.08.2006

LITERATUR Paulus Hochgatterer beweist mit seinem Krimi "Die Süße des Lebens" eindrucksvoll, dass ein medizinisch distanzierter Blick Einfühlsamkeit keineswegs ausschließt.

Paulus Hochgatterers neuen Roman zu lesen ist ein reines Vergnügen. Das liegt zunächst an seiner kühlenden Wirkung: Hier knirscht der Schnee, hier kracht das Eis; der eine sitzt im winterlichen Gastgarten und isst eine wärmende Suppe, der andere joggt auf frisch geräumten Wegen und sieht vor seinem inneren Auge "die Luft im Hochwinter, die aus nichts anderem besteht als aus dicht übereinandergestapelten hellblauen Quadern". Der zweite Grund für das Lesevergnügen ist die Sprache: Sie ist dem, was der Autor erzählen will, angemessen wie ein Handschuh. Wobei das ein untaugliches Bild ist, denn bei einem gelungenen Stück Literatur sind Form und Inhalt ja gerade untrennbar eins. Wäre dem nicht so, könnte man drittens die wenig erbauliche Geschichte als Quelle des Vergnügens preisen: Ein alter Mann wird ermordet,


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