Sexy Giovanni

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 31/06 vom 02.08.2006

MUSIKTHEATER Der Klangbogen zeigt dieser Tage drei Bearbeitungen des Don-Juan-Mythos.

Es ist schon verdammt beeindruckend, Mozart im unmittelbaren Vergleich zu seinen Zeitgenossen zu hören. Vor drei Wochen zum Beispiel, als beim Klangbogen "L'ape musicale" gezeigt wurde, eine musiktheatralische Collage nach Lorenzo da Ponte mit durchaus respektablen Arien von Cimarosa, Paisiello, Salieri - und mitten drin Mozarts "La ci darem la mano". Volltreffer!

Ein ähnlicher Effekt ist derzeit im Semperdepot zu erleben. Auch dort steht die erotische Arie des Don Giovanni inmitten der Musik eines anderen Komponisten, allerdings eines heutigen Zeitgenossen. Erik Hoejsgaard (geboren 1954) hat Ödön von Horváths Theaterstück "Don Juan kommt aus dem Krieg" vertont. Der Frontheimkehrer Don Juan macht sich darin nach Ende des Ersten Weltkriegs auf die Suche nach seiner einstigen Geliebten, geht dabei mit rund drei Dutzend anderer Frauen ins Bett und mit einer von ihnen in die Oper - wo ausgerechnet "Don


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