AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Katrin Schuster | aus FALTER 31/06 vom 02.08.2006

Hier Dave und seine kleine Schwester Sara, englische Underdog-Kinder; dort die Deutschen Isabelle und Jakob, sie Grafikerin, er Anwalt. Die beiden heiraten und ziehen nach London in die unmittelbare Nachbarschaft von Dave und Sara; und von Jim, der nie gewinnen wird: Er dealt, hat vielleicht ein gutes Herz, aber viel zu viel Wut im Bauch.

So stellt Katharina Hacker das Personal ihres neuen Romans vor dem Leser auf, und zunächst weiß man nicht genau, wohin das weisen soll. Die Autorin verweigert eine Handhabe - als notierte sie nur, was in den Köpfen der Protagonisten und drum herum so vor sich geht. "Die Habenichtse" heißt das Buch, in das man auf diese Weise hineingerät.

Hacker ist detailversessen im Erzählen, ausufernd, ja umständlich. Das Böse bemerkt man deshalb erst, als es längst schon an die Oberfläche dringt. So wird es immer dunkler in diesem Roman über die Armen (im Herzen oder im Portemonnaie) von heute, herrlich düster: "Die Habenichtse" ist ein bewundernswert fein


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