NÜCHTERN BETRACHTET

Die Wahrheit

Kultur | aus FALTER 31/06 vom 02.08.2006

Unlängst zappte ich zufällig zu einer der zurzeit ziemlich beliebten Sendungen, in denen Prominente unterschiedlicher Provenienz mit der Gnadenlosigkeit audiovisueller Archive konfrontiert werden und sich für einstige Torheiten rechtfertigen müssen. Die Typen vom Fernsehen heben echt ALLES auf! In besagter Sendung kam jedenfalls auch das gute alte Beatles-versus-Stones-Spiel zu seinem Recht und endete mit einem klaren 0:3. Selbst die coole, kluge und super sympathische Schauspielerin Erni Mangold schlug sich auf die Seite der Rolling Stones. Ich vermochte es nicht zu fassen! Legitimiert wird dieser Unfug gerne mit dem Hinweis darauf, dass die Stones irgendwie erdiger, böser und wilder (gewesen) seien. Offenbar leiden die Menschen ihr Leben lang unter den Pressionen pubertärer Peergroupparanoia und fürchten, als Ministrantenmusikmemmen geoutet zu werden, wenn sie zugäben, mit den Ohren statt mit dem Arsch zu hören. Eine Zeitschrift für alters-und einkommensklassenmäßig vorgerückte


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