Ohren auf!

Beats mit Botschaft

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 32/06 vom 09.08.2006

Das Eröffnungsstück dauert noch keine dreißig Sekunden, und schon fällt das erste Four-Letter-Word. Lily Allen rechnet auf "Alright, Still" (Regal/EMI) lustvoll mit dem Exlover ab, lässt aufdringliche Verehrer abblitzen und verwandelt sonstige Alltagsgeschichten zu Songtexten - mal sanft-säuselnd, dann wieder mit bestimmtem Rap vorgetragen. Das Debüt der 21-jährigen Londonerin beeindruckt aber nicht nur durch die Klarheit der Sprache. Eine glückliche Kombination aus der rotzigen Frühphase der längst allzu brav gewordenen Girlgroup Sugababes und dem ureigenen Kosmos des britischen Rapstars Mike Skinner alias The Streets machen "Alright, Still" zu einer formidablen Sommerplatte, deren facettenreiche Musik um HipHop und Reggae Bescheid weiß, vor allem aber Pop immer in drei leuchtenden Großbuchstaben schreibt. Ein echter kleiner Freudenspender.

Immer noch und immer wieder großartig ist die New Yorker Band ESG. In den späten Siebzigern von einer alleinerziehenden Mutter als Beschäftigungstherapie


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