Liebe Leserin, lieber Leser!


Klaus Nüchtern
Vorwort | aus FALTER 32/06 vom 09.08.2006

Am Freitag erscheint Frau Koc bei Gericht, das ihr mitteilt, dass ihrem Antrag auf einstweilige Verfügung nicht stattgegeben wird: Von Frau Kocs Lebensgefährten ginge keine Gefahr aus, die seine Wegweisung rechtfertigen würde. Zwei Tage später ermordet der als harmlos Eingestufte seine Lebensgefährtin vor den Augen der gemeinsamen Kinder. Ein Fehlurteil mit drastischen Folgen. Nina Horaczek geht es in ihrer Geschichte (siehe Seite 8) allerdings nicht um die individuelle Fehleinschätzung, sondern um das Phämomen der Gewalt gegen Frauen als solches, das - schrecklich, aber wahr - sozusagen an der Tagesordnung ist (wie ein anderer Fall beweist, bei dem die Frau nur knapp mit dem Leben davonkommt, als ihr Mann mit dem Hammer auf sie eindrischt). Horaczek besuchte Frauenhäuser, sprach mit Experten, führte sogar ein Interview mit Justizministerin Karin Gastinger, die für dieses eine Mal ihre babybedingte und selbst auferlegte Interviewsperre aufhob.

Würde es uns Subalternen anstehen,

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