Tödliche Umarmungen

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 32/06 vom 09.08.2006

Frauenrechte Vergangene Woche suchte eine Frau vor Gericht Schutz vor ihrem gewalttätigen Mann. Die Richterin wies sie ab, der Exlebensgefährte ermordete sie kurz darauf. Schauen Politik und Justiz weg, wenn Frauen misshandelt werden?

Am Freitag meldete sie sich zum letzten Mal. "Da hat sie einer Mitarbeiterin gesagt, dass das Gericht ihr nicht glaubt", erzählt Tamar C¸itak, die stellvertretende Leiterin der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt. Zwei Tage später war die Kurier-Mitarbeiterin Cordula Koc tot. 23-mal stach ihr Exlebensgefährte vor den Augen ihrer beiden Kinder mit einem Messer auf sie ein. "Dabei hat Frau Koc zuvor alles getan, um sich zu schützen. Sie hat bei Gericht versucht, durchzusetzen, dass ihr Mann sich ihr nicht nähern darf, hat die Handynummer gewechselt und das Türschloss getauscht", sagt C¸itak. Ihren Mörder konnte sie trotzdem nicht abhalten. "Er hat sich über die Kinder in die Wohnung eingeschlichen. In so einer Situation hätte sie nur die Polizei


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