"Das ist eine Schande!"

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 32/06 vom 09.08.2006

Erinnerung Der aus Wien stammende Neurobiologe und Medizinnobelpreisträger Eric Kandel besuchte kürzlich seine Geburtsstadt. Im Interview spricht er über sein Verhältnis zu Freud, Pillen gegen das Vergessen und warum der Dr.-Karl-Lueger-Ring umbenannt werden muss.

Wenn er in Wien hätte bleiben können oder nach 1945 hierher zurückgekehrt wäre, wäre er sicher nicht Nobelpreisträger geworden, sagt Eric Kandel. Mit etwas Bitterkeit in der Stimme weist der 77-jährige Neurobiologe darauf hin, dass seine Flucht aus Wien im Jahr 1939 auch ihre guten Seiten hatte. Vergessen kann er aber bis heute nicht, was ihm und seiner Familie damals nach dem "Anschluss" angetan wurde, wie man seit kurzem in seiner Autobiografie "Auf der Suche nach dem Gedächtnis" in allen unangenehmen Details nachlesen kann.

Nach seiner Vertreibung studierte Kandel an der Harvard University zunächst europäische Literatur und Geschichte, ehe er sich der Psychoanalyse zuwandte und wenig später der Neurobiologie. Im


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