Streifenweise

Kultur | aus FALTER 32/06 vom 09.08.2006

Zwei Katzen, das heißt 18 Leben, lautet ein Dialoggag dieses Films. Zwei Katzen, das heißt auch 75 Minuten Merchandisekino. Und es heißt "Garfield 2": Wie üblich, gibt der zweite Teil des Realfilmklamauks mit dem von Büropinwänden und Autofensterscheiben bekannten Animiertier noch einen drauf, sodass der Garfields nun zwei sind. Der von Bill Murray geschnurrte US-Hauskater wird mit einem Londoner Hofkater verwechselt, woraus Satire entlang der Unterschiede zwischen Amerikas jovialer Demokratie und Englands feudaler Tradition resultiert. Am Ende geht eines im anderen auf: Das feudale Milieu, ohnehin vom geschäftssinnigen Erbneffen (lustig: Billy Connolly) unterwandert, lernt Teamwork, Lasagne und Garfields Pophabitus zu lieben. Demokratie hingegen reduziert sich aufs Verwöhnen des Obszönen, des faul-feudalen Aristokaters, der wir gerne wären. Das (Selbst-)Bild des konsumkulturellen Souveräns, hier ist es noch zynischer als im Tierfutterwerbespot mit Thunfischfilet samt Petersilzweigerl.


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