Marxismus zum Tanzen

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 32/06 vom 09.08.2006

Film In der Filmarchiv-Reihe "Brennpunkt Orient" sind acht Arbeiten von Youssef Chahine zu sehen. Das vielschichtige Werk des ägyptischen Autorenfilmers ist so widersprüchlich wie seine Biografie.

Aus dem Gespräch zwischen einem Araber und einem Franzosen: "In meinem Land herrschen Unwissenheit und Armut, aber ich liebe es. Ich muss zurückkehren und ihm das geben, was ich hier gelernt habe." Es ist der Franzose, der diesen Satz ausspricht - am Hof des Kalifen im Südspanien des 12. Jahrhunderts, vor seiner gefährlichen Rückkehr ins wilde Christenland. Dieser Moment aus Youssef Chahines schwungvollem Historienepos "Das Schicksal" (1997) ist nur ein besonders offensichtliches Beispiel für die gewieften Umkehrungen und subversiven Bedeutungsüberschüsse, die das Werk des international wohl prominentesten ägyptischen Regisseurs unentwegt produziert.

Chahine, dessen achtzigsten Geburtstag das Filmarchiv Austria derzeit mit einer Auswahl aus seinen Regiearbeiten von den Fünfzigerjahren


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