Flucht nach vorn

Stadtleben | Ingrid Brodni | aus FALTER 32/06 vom 09.08.2006

Neuzeit In der verschlafenen Kleinstadt Murau will ein urbanes Kaffeehaus neue Impulse setzen. Noch sind die Reaktionen zwiespältig.

Die beiden Gastronomen hätten es sich leicht machen können: Sie hätten ein einfaches, steirisches Kaffeehaus eröffnen können, wo unter rot-weiß-roten Schirmen Hornigkaffee ausgeschenkt wird, und da es zur Murseite schaut, würde es dann halt "Murblick" heißen. Nichts da. Thaddäus Egghardt und Brigitte Moser wollten es anders - "Open Space" musste her: ein urbanes Kaffeehaus, das sexier als der übliche Jagatee-Flair ist. "Wir wollten etwas, das hervorsticht", erklärt Egghardt. Das gelang auch äußerlich: In der sonst so braven Murfassade erscheint der Bau wie ein Fremdkörper - mit Absicht, erklären die Wiener Architekten Stefan Steinbacher und Roland Thierrichter. "Dieses scharfkantige Schneiden, das hat mir der Ort fast aufgezwungen", so Steinbacher. Er sieht das Projekt als Impuls für die 2300-Einwohner-Stadt: "Ich hoffe, dass Murau damit bekannter


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