Hundert Jahre Zeitausgleich

Stadtleben | aus FALTER 32/06 vom 09.08.2006

Johannes Schrettle

ecki, halt die ohren steif!

Jedenfalls ist es voll gut, mit dem zug durch die obersteiermark zu fahren und schülerinnen aus rottenmann zu belauschen. sie wissen noch nicht, was das leben alles an schlechtem wetter für sie bereithält, und schlagen ihre zeit mit nasenringen und erinnerungen an affären mit grunge-jüngern tot. diese heißen alle entweder michi oder tragen halbkomische kurznamen, die an ihre realen familienbezeichnungen angelehnt sind, wie ecki, schütti, holzi, furti, nur ganz selten auch: speedy. das schlimme daran ist, dass sie älter werden, VWL studieren und spitzenfunktionen in wirtschaft (OMV), sport (ÖSV) und politik (ÖVP) einnehmen. an ihre rottenmanner jugendjahre samt spitznamen werden sie dann nur noch ganz ungern erinnert. es ist also aufmerksamkeit geboten: wenn künftige minister, PR-experten und waffenlobbyisten eine schwachstelle haben, dann kann man die am ehesten in einem vollen zug zwischen trieben und rottenmann finden. ecki weiß nicht, dass tanja weiß, dass er letztes wochenende nicht in wien war. eine weile wird er noch ganz gut damit durchkommen. aber sei auf der hut, lieber ecki! vielleicht gibt es menschen, die dir weniger gutes wollen als dani und tanja, und die würden irgendwann für so eine information wohl eine ganze menge kohle lockermachen. du sollst wissen: NOCH ist dein geheimnis in guten händen. noch.


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