Steirerbrauch

Stadtleben | T. W. | aus FALTER 33/06 vom 16.08.2006

NASCHEN Die Frankfurterfrau und der Extrawurstmann haben den schönsten Garten im Dorf ghabt. Kirschbäume, tausend Zwergerln, Feng-Shui-Brunnen. Und der Rasen wie ein Spannteppich. Hast die Schuh ausziehen müssen. Nur nicht stolpern! Sonst hat die Frankfurterfrau den Stock gholt! Der Extrawurstmann is den ganzen Tag in seiner Hängematten glegen und hat glesen. Manchmal hat er gschrien: "Abendessen!" Dann hat ihn die Frankfurterfrau kosten lassen. Nur ein Bisserl. Ein Knusperl. Ein Schleckerl. Ein Nascherl. Mehr hat er nicht kriegt. Einmal ist dann trotzdem das Wurstelkind rauskommen. Rote Rockerln haben s' ihm anzogen und rote Lackschucherln. Natascha hat s' gheißen. Und schön war s'! Wie die dicken Herzkirschen. Manchmal, wennst sie allein am Weiher troffen hast, hat s' hergschaut und gfragt: "Naschen?"


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