Dolm der Woche

Martin Huber

Politik | aus FALTER 33/06 vom 16.08.2006

Die Hand, die einen füttert, beißt man nicht, mag sich ÖBB-Chef Martin Huber gedacht haben, als er einen Werbeboykott gegen vier (also quasi alle) österreichische Qualitätstageszeitungen aussprach. Huber, laut Eigendefinition ein kritischer Mensch, kann eine ebensolche Berichterstattung über seine ÖBB "nicht akzeptieren", zumal in "Zeitungen, die wir mit Anzeigen finanzieren". Also sind seit letztem Donnerstag alle Inserate des Unternehmens in Standard, Presse, Salzburger Nachrichten und WirtschaftsBlatt gestrichen. Dieser Disziplinierungsversuch ist nicht nur demokratiepolitisch bedenklich, sondern stellt die Bahn auch vor Probleme. Dem Unternehmen bleiben nur mehr zwei überregionale Zeitungen, um den Österreichern mitzuteilen, dass die Züge schneller fahren und Handyempfang "demnächst" möglich sein soll. Wenigstens kann sich Huber aus dem Ersparten ein Kommunikationsseminar leisten - das hätte er wohl dringend nötig.


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