Fernsehen

Medien | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 33/06 vom 16.08.2006

Okay, auf dem Küniglberg werden sie jetzt wahrscheinlich argumentieren, dass der Mann sowas von Publikumsliebling ist und die Sendung sowas von einfühlsam war. Aber was hat, bitteschön, der Sommerurlaub, den Operettenopa Harald Serafin mit Gattin (Operettenmutti) und Sohn (Operettenbubi) auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer verbringt, im Hauptabendprogramm des "Kulturkanals" ORF 2 verloren? Genau. Ja, es wurde ein bisschen gejodelt und gedodelt und die paar anderen Menschen, die neben den Serafins in "Wunderbar - Harald Serafin auf hoher See" am Rande noch vorkommen durften, waren wohl auch große Operettenfans. Im Grunde lief aber alles auf Selbstvermarktung hinaus: Hallo, ich habe auch noch eine ganz bezaubernde Gattin und einen wahnsinnig begabten, singenden Sohnemann! Über weite Strecken wirkte die "Doku" sogar wie ein Film des Extremkinomachers Ulrich Seidl: gespielt, aber nicht dokumentiert. Wenn man Mörbisch pushen will, scheint diesen Serafins einfach garnix peinlich zu sein - am wenigsten sie sich selbst. Wunderbar? Wunderblöd.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige