Hochhäuser

Wien oben

Kultur | aus FALTER 33/06 vom 16.08.2006

Die beiden ersten Hochhäuser Wiens stehen eigentlich auf verbotenem Boden. Das Hochhaus in der Herrengasse, 1931/32 entstanden und 50 Meter hoch, sowie der Ringturm, 1952-54 gebaut, 91 Meter hoch, befinden sich innerhalb der Schutzzone des historischen Altstadtkerns. Daher mussten auch die drei in Wien-Mitte geplanten Türme aus den Entwurfszeichnungen der Planer verschwinden.

Hochhäuser haben es nicht leicht in Wien. Erst Anfang der Neunziger wurde das Hochhausverbot gelockert. Als Hochhaus gilt im Sinne der Wiener Bauordnung jedes Gebäude über vierzig Meter; in Wien sind das gerade einmal hundert gegenüber 150.000 Tiefhäusern.

Die 138 Meter hohen Zwillingstürme des Twin-Tower von Massimiliano Fuksas in der Wienerberg-City und der Kaisermühlen-Tower des austroaustralischen Architekten Harry Seidler (150 Meter) gelten als herausragende Beispiele der neuen Hochhausarchitektur. Der dümmste Turm ist der Florida-Tower (113 Meter) an der Floridsdorfer Brücke, weil er weder ein Zentrum des Viertels darstellt noch eine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel hat. Bis zur Fertigstellung von Perraults Sky Tower 2012 ist Boris Podreccas und Gustav Peichls Millennium Tower mit 212 Metern das höchste Haus der Stadt.

Bisher durfte so ziemlich jeder Architekt von Rang und Namen sich an einem Turm versuchen. In der Donaucity baute Wilhelm Holzbauer den Andromeda-Tower (115 Meter), Heinz Neumann den Ares-Tower (100 Meter), Delugan/Meissl den Mischek-Tower (108 Meter), Coop Himmelb(l)au den Coop-Turm an der Wagramer Straße (95 Meter). Hans Hollein durfte wegen der Altstadtnähe den Media-Tower an der Taborstraße nur sechzig Meter hoch bauen und keinen Zentimeter höher. Gegenüber plant Jean Nouvel einen Hotelturm. Und Heinz Neumann errichtete neben der Urania den Uniqa-Tower (75 Meter).


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