Sonne aus, Drama ab

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 33/06 vom 16.08.2006

FILM Schluss mit lustig: Mit "Das Leben der anderen" hat Florian Henckel von Donnersmarck das erste große DDR-Kinodrama gedreht.

Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!", lautet der Refrain des angeblich meistgesungenen Liedes der Arbeiterbewegung. "Vorn ist das Licht!", texteten die Puhdys, die populärste Band der DDR. Dem Symbol der aufgehenden Sonne gegenüber pflegte innerhalb der sozialistischen Staaten auch die Politpopkultur der DDR ein regelrecht libidinöses Verhältnis. Dass einer der ersten Kinospielfilme über die DDR nach der Wende "Sonnenallee" hieß, war darum kein Zufall.

Auch Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck ist sich der Symbolkraft der Sonne offenbar bewusst und sperrt sie aus seinem Stasi-Melodram "Das Leben der anderen" mit Bestimmtheit aus. Es dominieren die Farben Waschbetongrau, Abhörkabelgrau, Wildlederhandschuhgrau und Grabsteingrau - während das Grau des Himmels dank Klaustrophobie fördernder Raumentwürfe und Kadrierungen ohnedies kaum zu sehen ist. Aus


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