Ohren auf!

Round Midnight

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 33/06 vom 16.08.2006

Veranstalter von Festivals stehen nicht nur vor der Frage, welche Bands und Musiker sie auftreten lassen, ja welche sie sich überhaupt leisten können, sondern auch vor dem Problem, in welcher Abfolge die Auftritte zu organisieren seien. Grob gesagt ist die Soloharfe (selbst im Falle ihrer elektrischen Verstärkung) für ein Uhr früh nicht so geeignet, die 25-Mann-Metal-Bigband um 15 Uhr ein bisschen verschenkt. Steve Coleman & Five Elements etwa sind nicht ganz unkompliziert zu programmieren. Seit Jahrzehnten strickt der Altsaxofonist auf seinem eigenen, von esoterischen Nebeln umwallten Planeten in unterschiedlicher Besetzung an seinen Symbolwelten. Auf der Doppel-CD "Weaving Symbolics" (Label Bleu/Lotus) tut er das in der Stärke von ein bis zehn Mann wahlweise zu kleinen Kontemplationsdeckchen oder großflächig groovenden Gespinsten, die ein wenig nach Stanley Kubrick im Dschungel tönen, die spinnerte Intensität von Sun Ra aber nicht erreichen. In Saalfelden, wo Coleman im Sextett


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