Reblaus war gestern


Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 33/06 vom 16.08.2006

WEIN Es kam überraschend, aber dafür umso heftiger: Wiens Wein schaffte es innerhalb kürzester Zeit vom fadesten Wein des Landes zum Szene-Asset.

Was es bisher über den Wiener Wein zu sagen gab, hatte auf einer halben Seite locker Platz: einzige Millionenstadt mit relevantem Weinbau, schon die Kelten bauten hier Wein an, dann der unvermeidliche Kaiser Probus, der noch unvermeidlichere Heurige und schließlich Fritz Wieninger als einziger Lichtblick und quasi Wiens Brücke in die weinmäßige Gegenwart. Dass in Wien - innerhalb der Stadtgrenzen befinden sich immerhin knapp 700 Hektar Weingartenfläche, das ist mehr als in den Weinbaugebieten Traisental, Südburgenland und Weststeiermark - keine Dynamik wie etwa in der Steiermark, im Burgenland und sogar im Weinviertel aufkommen wollte, hatte mehrere Gründe - und der wichtigste davon war der Heurige himself: Denn einerseits punzierte der Heurige den Wiener Wein beim interessierten Publikum als Touristen-und Pensionistengetränk, andererseits

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