Phettbergs Predigtdienst

Fünf Gutes am ORF

Stadtleben | aus FALTER 33/06 vom 16.08.2006

... wenn es euch nicht gefällt, dem Herrn zu dienen, dann entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt ...

Jes 24,1-2a.15-17.18b (1. Lesung am 21. Sonntag im Jahreskreis eines Lesejahres B)

Das Gute am ORF sind die Leute des Landstrichs, die er adäquat mit optischen und akustischen Strahlen versorgt und hiefür eine jahrzehntelange, korallenriffähnliche Angestellten-und (im Englischen würde gesagt) "a cast" mit Gedanken und Archiv sich bildete, wie ein Riff, jetzt im Sinne, wie es Marlene Streeruwitz nicht zu dichten empfiehlt, in dem Sinne bildete es sich, weil sonst wär keines da oder was anderes, und das ist natürlich auch das Schlechte an ihm, während es das Gute an ihm ist, weltüblich halt, wie z.B. auch ich. Es kann also davon ausgegangen werden, dass es nicht so ist, wenn wer was schreiben wollte früher, dass es ein Blatt Papier vor sich hinlegte, das ganz unbeschrieben war, um was Neues daraufzuschreiben, aber bereits im Hirn war was. Und das ist also heute der "Cast", der Content des z.B. ORF. Wenn wer also was schreibt, gehört dieser schreibende Mensch einem "Miljö" an, indem du geboren bist, wirst du sozialisiert, außer mir, der ganz wenig sozialisiert wurde, wie der Casper Hauser fast. Ging sofort auf den Dachboden unseres riesigen Stadels, wie bei Ibsen der Großvater der "Ente", war noch keine zwei Jahre alt und ging sofort auf den dreistöckigen Dachboden des 1889 errichteten Stadels meines Halbbruders Urgroßvater Prem. Und da waren Ritzen und da drangen Strahlchen der Sonne ein, und da sah ich Milliarden Flankerln in den Strahlen schweben. Das war alles, aber ich war sozialisiert. Und selbst da waren schon die Strahlen des "Österreichischen Fernsehens mit seinem Programm", wie Kragora, der Sprecher, es sprach, also mein Entlein eigentlich wurde. Nach Säugetierart wurde ich Sadomasochist, und ab 1969 hatten wir ein Fernsehgerät zu Hause hocken. Jedenfalls hier nun das Gute am ORF: Im Radio lassen sie jeden Sonntag von sieben bis acht Uhr früh den Dieter Dorner aus der Bibel vorlesen, und der kann das so gut, dass du in der schrecklichen Sendung, die schrecklicherweise "Erfüllte Zeit" genannt wird, zuhören kannst, während du dich vergisst.

Die ungekürzte Version des "Predigtdienstes" ist über www.falter.at zu abonnieren.


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