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Gorbachs AMS

Politik | aus FALTER 34/06 vom 23.08.2006

Hätte sich Vizekanzler Hubert Gorbach (BZÖ) nicht bereits selbst in der Privatwirtschaft versorgt, die Regierung hätte ihn zum Chef des österreichischen Arbeitsmarktservices ernennen sollen. Kein Minister hat so viel Talent, Posten zu vermehren, um Jobs für seine Parteigänger zu finden. Alleine mit der ÖBB-Reform gelang es ihm, 15 Aufsichtsratsposten der ÖBB alt auf fünfzig neue zu vermehren. Und so gut wie jeder, der in seinem Ministerium saß, kletterte in Höchstgeschwindigkeit die Karriereleiter rauf. Kabinettsmitarbeiter sind zwar auch vorher beruflich kaum nach unten gefallen, das war unter einer SPÖ-Regierung nicht anders. Das macht es aber nicht besser. Außerdem war es genau dieser Kampf gegen Parteibuchwirtschaft, die Gorbachs Partei Wahlen gewinnen ließ, bevor sie selbst an die Futtertröge kam. Danach hieß es nur mehr Rote raus und Blaue rein, dann Blaue raus und Orange rein. Natürlich muss ein Kabinettsmitglied die Chance auf einen gutbezahlten, fixen Job haben, sonst würden sich keine guten Leute dafür finden. Aber dass tatsächlich alle Parteigänger, die von seinem Ministerium aus in die staatsnahe Wirtschaft gehievt wurden, ausschließlich die klügsten Köpfe sind, glaubt doch nicht einmal Gorbach selbst. Denn wären die BZÖ-Leute wirklich solche Wunderwuzzis, dann würden die Orangen wohl nicht bei drei bis vier Prozent herumschwächeln. N. H.


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