FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 34/06 vom 23.08.2006

Menschen, die tragisch scheitern, gehören quasi zum Hauspersonal dieser Kolumne. Scheitern geht auch völlig in Ordnung - solange es mit Würde passiert. Wenn man etwas vergeigt, dann bitte schön mit Stil. Das sollte jemand auch einmal Christian Clerici sagen. Der Mann, der einst als charmanter Ösi-Schönling zu den deutschen Privaten exportiert, dort ausgelutscht und wieder heimgeschickt wurde, verströmt mittlerweile nur mehr dieses schale Gefühl von Niederlage. Irgendwie geht ihm das belanglose Dahinmoderieren in Ödbären-Shows wie "Wahre Freunde" anscheinend selber schon auf die Nerven, er müht sich durch blöde Partyspiele und alte Wuchteln, ein Bild des Jammers. Die Augen sind müde, stumpf, auch wenn er noch so schnell unterwegs ist. Clerici schaut immer grauer aus unter seiner Fernsehbräune, der Lack blättert vom Fernsehfeschak ab, während er mit Halbpromis Flaschendrehen spielt, da kannst du direkt dabei zuschauen. Vor nicht allzu langer Zeit hat sich der Unterhaltungsprofi sogar für eine Unterhosenfirma nackig gemacht und seine Muckis gezeigt, so arm ist er. Entertainment kann die Hölle sein.


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