AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Martin Droschke | aus FALTER 34/06 vom 23.08.2006

Es ist ein ganz normaler Zyklus, dass die großen Klassiker der Weltliteratur mitunter Jahrzehnte in den Annalen des Kanons verharren müssen, bis die richtige Zeit für eine Neuentdeckung gekommen ist. Das aktuelle weltpolitische Gebräu aus einer ungehemmt galoppierenden Globalisierung und einer Neuerfindung im Bereich der rigiden Moral - gern als islamistischer Fundamentalismus bezeichnet - gibt dem Züricher Ammann Verlag Recht, dass für den 1935 verstorbenen Fernando Pessoa die Stunde der Renaissance geschlagen hat. "Die Rückkehr der Götter" heißt der jüngste Band der sukzessive erscheinenden ersten Werkausgabe, nach deren Abschluss Pessoa erstmals komplett auf Deutsch vorliegen wird. Gegliedert ist das Monumentalprojekt nach den einzelnen Pseudonymen, unter denen der Portugiese seine Poesie und seine artifiziellen, nonkonformen Traktate zu Religiosität, Ideologie, Gefolgschaft und persönlicher Autonomie geschrieben hat. Diese mit Antonio Mora gezeichneten "Erinnerungen" an


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