NEUE PLATTEN

Kultur | aus FALTER 34/06 vom 23.08.2006

JAZZ

Gil Evans:

The Complete Pacific Jazz Session

Blue Note/Emi

Sollte jemand vorhaben, sich so etwas wie eine Jazzbasisbibliothek zuzulegen (bevor die SZ damit herauskommt), dann soll er sich diese 1958/59 entstandenen Aufnahmen unbedingt besorgen: Viel besser geht es nicht. Dieses Zusammenspiel aus raffinierter Romantik und präzisem Punch, aus impressionistischer Klangmalerei von nachgerade arroganter Eleganz und unverschämter Bigbanddynamik hat so niemand hingekriegt außer dem genialen Arrangeur (und im Übrigen, wie man hören kann, auch ziemlich genialen Pianisten) Gil Evans. Dass ihm auch ganz wunderbare und bestens gelaunte Solisten zur Verfügung standen (Cannonball Adderley, Steve Lacy, Johnny Coles), mindert seine Verdienste keineswegs. "New Bottle, Old Wine" hieß eines der beiden Alben, die hier auf einer CD versammelt sind. Die Neudeutung dieser 15 Standards aus unterschiedlichen Stilepochen hat sich ihren jugendlichen Elan bis heute erhalten.

KLAUS NÜCHTERN

LOKAL/GLOBAL

Noa:


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