Die Nacht hat 1000 Augen

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 34/06 vom 23.08.2006

FILM Regisseur Michael Mann hat "Miami Vice" ins Kino gebracht. Der Unterschied zur einst vom ihm produzierten TV-Serie könnte kaum größer sein.

Filme von Michael Mann beginnen damit, dass man unmittelbar in das Geschehen hineingeworfen wird. Indianer laufen auf der Jagd durchs Unterholz ("The Last of the Mohicans"), ein Einbrecher knackt einen Tresor ("The Thief"), ein offensichtlich falscher Sanitäter sucht sich seinen Weg durch ein Krankenhaus ("Heat"). Doch diese Eröffnungen sind stets mehr als nur ein Sturz in den Sog des Geschehens, der einen mitreißt und zugleich die Handlung vorwärtstreibt. Diese Prologe offenbaren, auch wenn sie mit der weiteren Erzählung oft gar nichts zu tun haben, in ihrer narrativen Stringenz und Ökonomie bereits wesentliche Dispositionen des gesamten Films.

"Miami Vice" eröffnet in einem überfüllten Szeneclub: Tanzende Frauen in Ganzkörperoveralls bewegen sich zu pulsierenden Rhythmen, dazwischen Gesichter in der Masse, gerade lange genug im Bild,


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