STREIFENWEISE

Kultur | J. Schätz / M. Omasta | aus FALTER 34/06 vom 23.08.2006

All jene, denen der ätherische Designersex in "Miami Vice" (siehe links) zu wenig kuschelig ist, werden wohl mit "Emmas Glück" vorliebnehmen müssen. In diesem deutschen Melodram verschlägt es den sterbenskranken Autoverkäufer Max (Jürgen Vogel) auf der Flucht vor seinem tristen Restleben auf den Hof der herzensguten Schweinezüchterin Emma (Jördis Triebel), wo er Seelenfrieden, sexuelle Erfüllung und unentfremdete Arbeit findet. Dass die Ungleichung zwischen idyllischem Landleben und gemeiner Gesellschaft nicht ganz so klebrig populistisch ist, wie diese Erzählung einer Heilung (nach dem gleichnamigen Roman von Claudia Schreiber) vermuten lässt, dafür sorgen zwei Nebenfiguren: ein jämmerlicher Dorfgendarm, der Emma den Hof macht, und der zwielichtige Vorgesetzte und "Freund", der beharrlich nach Max sucht. Deren sturer Wechsel von bösen Karikaturen zu sentimentalen Streichelpuppen ist noch das glaubwürdigste Moment in einem Film, der so eingenommen ist von seinen grünen Wiesen


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