NÜCHTERN BETRACHTET

Es wird zu wenig geschlafen

Kultur | aus FALTER 34/06 vom 23.08.2006

Unlängst las ich ein Interview mit dem schottischen Singer/Songwriter John Martyn, der zu viel wiegt und zu wenig schläft. In Bezug auf seine Einschlafschwierigkeiten meinte er: "Four bottles of Scotch every night does the trick." Das scheint mir - das sei hier mal klar gesagt (damit man mir nicht wieder allzu legeren Umgang mit Suchtproblemen vorwirft) - alles andere denn nachahmenswert. Vier Bier, okay, aber vier Flaschen Schnaps - also gesund kann das echt nicht sein. Dass Schlafmangel unser Wohlbefinden auch nicht grad befördert, steht freilich ebenfalls außer Zweifel. Gesamtgesellschaftlich wird diesem Umstand entschieden zu wenig Beachtung gezollt. Jederzeit darf man damit rechnen, dass Parteien und Publizisten vehement für die Freiheit eintreten, luftgetrocknete Wildschweinwürste aus dem Piemont auch nach 22 Uhr zu erwerben, aber für das Recht auf Schlaf macht sich niemand stark. Anstatt dauernd durch die Landschaft zu rennen und Berge zu besteigen, könnten sich die Spitzenkandidaten


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